Ein Heimspeicher ist bei richtiger Nutzung sicher: Die Brandgefahr eines Heimspeichers ist gering, aber nicht null. Ein Batteriemanagementsystem, eine Zertifizierung nach einer anerkannten Sicherheitsnorm und ein durchdachter Standort im Haus halten das Risiko niedrig.
Nachfolgend liest du, wie hoch das Brandrisiko ist, wie ein Akkubrand entsteht und was du selbst tust, um dieses Risiko gering zu halten.
Wie hoch ist das Brandrisiko durch einen Heimspeicher?
Das Brandrisiko durch einen Heimspeicher ist gering: Mit einem Heimspeicher im Haus steigt das Risiko eines Wohnungsbrands um etwa 10 Prozent. Das gilt für einen Heimspeicher mit einem funktionierenden Sicherheitssystem, wie das Nederlands Instituut Publieke Veiligheid (NIPV) auf Basis einer Untersuchung von DNV angibt. Das Institut bezeichnet diesen Prozentsatz selbst als Richtwert, da es noch wenige Daten zu Vorfällen gibt.
Der Unterschied zwischen einem Akku mit und ohne Überwachung ist groß: Laut denselben Zahlen hat ein Lithium-Ionen-Akku mit einem guten Batteriemanagementsystem eine etwa 150-mal kleinere Ausfallwahrscheinlichkeit. Diese Ausfallwahrscheinlichkeit bleibt zwar höher als das Brandrisiko durch eine Spülmaschine, Waschmaschine oder einen Kühlschrank.
In den Niederlanden sind Vorfälle mit Heimspeichern noch selten, aber die Zahl der Akkus wächst schnell und sowohl das NIPV als auch die Feuerwehr erwarten, dass die Zahl der Vorfälle damit mitwächst.
Wodurch entsteht ein Brand in einem Heimspeicher?
Ein Brand in einem Heimspeicher entsteht durch elektrische, mechanische oder thermische Schäden an einer Akkuzelle. Das NIPV nennt als Beispiele Überladung, Tiefentladung oder Kurzschluss (elektrisch), einen durchbohrten oder verbeulten Akku (mechanisch) und Überhitzung durch eine Wärmequelle oder einen Brand in der Nähe (thermisch).
Mechanische Schäden sind weniger theoretisch, als es klingt. In der Region Haaglanden fing ein Heimspeicher Feuer, nachdem jemand beim Bohren in eine Wand den Akku traf. Außerdem spielen Fehler bei Installation und Wartung eine Rolle, ebenso wie Alterung und Fabrikationsfehler. Ein falscher Anschluss macht auch einen guten Akku riskant.
Was passiert bei einem Thermal Runaway in einem Heimspeicher?
Bei einem Thermal Runaway in einem Heimspeicher entsteht in einer Akkuzelle eine Kettenreaktion: Die Zelle erwärmt sich, diese Wärme verstärkt die chemische Reaktion und die Temperatur steigt weiter an. Dabei werden brennbare und giftige Gase freigesetzt, wie Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Fluorwasserstoff. Die Hitze kann auch benachbarte Zellen in den Thermal Runaway treiben, wodurch sich der Vorfall über das gesamte Batteriepaket ausbreitet.
Ein Akkubrand verläuft dadurch anders als ein gewöhnlicher Wohnungsbrand. Die maximale Brandleistung ist laut NIPV vergleichbar mit der eines brennenden Sofas, wird aber schneller erreicht, und ein Fachspezialist der Feuerwehr warnt, dass eine komplette Etage innerhalb einer Minute im Rauch stehen kann. Solange Energie in den Zellen steckt, kann sich der Akku nach dem Löschen erneut entzünden; die Feuerwehr muss einen Heimspeicher deshalb oft demontieren und draußen weiter kühlen.
Welcher Heimspeicher ist brandsicher?
Ein Heimspeicher ist brandsicher, wenn er ein Batteriemanagementsystem hat, das eingreift, nach der Norm IEC-EN 62619 qualifiziert ist und eine stabile Zellchemie verwendet. Diese drei Eigenschaften bestimmen, wie klein die Chance auf einen Zwischenfall ist und wie es verläuft, wenn doch etwas schiefgeht. Schau beim Vergleichen von Modellen also über Kapazität und Preis hinaus.
Welche Rolle spielt das BMS in einem brandsicheren Heimspeicher?
Das BMS spielt in einem brandsicheren Heimspeicher die Rolle des Wächters: Es überwacht kontinuierlich die Spannung, den Strom, den Ladezustand und die Temperatur der Zellen. Erkennt das BMS eine Abweichung, dann stoppt das System das Laden oder Entladen oder schaltet den Akku komplett ab.
Halte auch die Software über die App aktuell; das empfiehlt die Feuerwehr ebenfalls. Mehr über den Aufbau des gesamten Systems liest du im Artikel über wie ein Heimspeicher funktioniert.
Warum zählt die Norm IEC-EN 62619 bei einem Heimspeicher?
Die Norm IEC-EN 62619 zählt bei einem Heimspeicher, weil diese Norm Sicherheitsanforderungen an Lithiumakkus unter anderem für die stationäre Speicherung stellt. Laut Feuerwehr ist ein Akku, der diese Norm erfüllt, gegen einen Brand geschützt, der von einer Zelle auf die anderen Zellen überspringt.
Prüfe im Datenblatt, ob die Norm genannt wird. Ein CE-Kennzeichen sagt darüber wenig aus, weil es nur die grundlegende Konformität des Produkts nachweist.
Ist ein LFP-Heimspeicher weniger brandgefährlich?
Ja, ein LFP-Heimspeicher ist weniger brandgefährlich als ein NMC-Akku, weil Lithium-Eisenphosphat thermisch stabiler ist und schwerer in einen Thermal Runaway gerät. Der Zendure SolarFlow 2400 AC+ verwendet zum Beispiel LFP-Zellen.
Unbrennbar ist LFP allerdings nicht: Laut demselben Feuerwehrspezialisten produzieren gerade Akkutypen, die weniger heftig brennen, oft mehr Rauch. Die Maßnahmen gegen Rauch aus der Feuerwehr-Empfehlung unten bleiben deshalb auch bei LFP nötig.
Ist ein Plug-in-Heimspeicher brandgefährlicher?
Nein, ein Plug-in-Heimspeicher ist für sich genommen nicht brandgefährlicher als ein fest installierter Heimspeicher, aber das Risiko liegt häufiger in der Nutzung. Die niederländische Feuerwehr macht sich Sorgen über den Stecker-Akku, weil bei der Installation kein Fachmann mit draufschaut. Bei einem fest installierten Akku beurteilt ein Fachmann die Stromkreisgruppe und den Standort; bei einem Stecker-Akku machst du das selbst.
Die Feuerwehr fürchtet vor allem überlastete Stromkreise im Zählerschrank. Hersteller begrenzen eine Steckerbatterie deshalb standardmäßig auf 800 Watt über eine normale Steckdose, und Zendure schreibt vor, dass ein Elektriker einen eigenen Stromkreis legt, wenn du mehr Leistung möchtest oder mehrere Batterien installierst. Achte bei der Wahl einer Plug-in-Heimbatterie also auch auf die Anschlussbedingungen des Herstellers und nicht nur auf die Kapazität.
Was empfiehlt die Feuerwehr für eine sichere Heimbatterie?
Die Feuerwehr empfiehlt für eine sichere Heimbatterie einen Platz außerhalb des Fluchtwegs, einen Anschluss, der den Stromkreis nicht überlastet, und regelmäßige Kontrollen. Die Empfehlungen gelten für Steckerbatterien und feste Systeme, mit dem Unterschied, dass bei einem festen System ein Installateur den Anschluss übernimmt. Das sind die wichtigsten Punkte:
- Platz: nicht in einem Fluchtweg oder unter der Treppe, sondern in einem trockenen, gut belüfteten Raum, der für die Feuerwehr erreichbar ist.
- Untergrund: auf oder an einem nicht brennbaren Untergrund, mit freiem Raum ringsum und nicht in der Nähe der Heizung oder im direkten Sonnenlicht.
- Rauchmelder: ein funktionierender Rauchmelder, eventuell ergänzt durch einen CO-Melder, in dem Raum, in dem die Batterie steht oder hängt.
- Steckdose: eine Steckerbatterie direkt in eine geerdete Steckdose, ohne Verlängerungskabel oder Steckdosenleiste.
- Stromkreis: vorzugsweise ein eigener Stromkreis und nie mehr als eine Heimbatterie pro Stromkreis.
- Zählerschrank: eine Markierung, dass eine Heimbatterie angeschlossen ist, samt der Notfallnummer des Anbieters.
- Kontrolle: zweimal im Jahr Stecker, Kabel und Gehäuse überprüfen, zum Beispiel bei der Zeitumstellung.
- Versicherung: eine Meldung bei deinem Versicherer, da die Bedingungen einer Heimbatterieversicherung je nach Police unterschiedlich sind.
Welcher Raum in deinem Zuhause am besten geeignet ist, hängt vom Grundriss ab; mehr dazu liest du im Artikel über wo du eine Heimbatterie platzierst. Möchtest du eine Anker SOLIX Solarbank nicht mit einem losen Stecker anschließen, findest du bei den Zubehör für deine Heimbatterie einen festen AC-Anschluss und eine verriegelbare Wieland-Steckdose.
Welche Signale deuten auf einen unsicheren Heimakku hin?
Signale, die auf einen unsicheren Heimakku hindeuten, sind ein chemischer Geruch oder Brandgeruch, Verfärbungen des Gehäuses und eine Batterie, die sich auffällig warm anfühlt. Auch Fehlermeldungen in der App, die immer wiederkehren, oder eine Batterie, die sich ständig selbst ausschaltet, können auf ein Problem mit der Temperatur oder der Zellbalance hindeuten.
Achte außerdem auf Schäden, die du nicht sofort siehst. Nach einem Stoß, einem Sturz, einer Leckage oder Bohrarbeiten in der Nähe kann ein Akku innerlich beschädigt sein. Nimm in dem Fall Kontakt mit dem Lieferanten auf und versuch nicht, die Batterie selbst zu öffnen.
Was tust du bei einem Brand in deiner Heimbatterie?
Bei einem Brand in deiner Heimbatterie verlässt du sofort den Raum, schließt die Tür hinter dir, wenn das sicher möglich ist, und rufst 112 an. Sag der Leitstelle, dass eine Heimbatterie am Brand beteiligt ist, damit die Feuerwehr weiß, was sie erwartet. Auch bei Rauch ohne sichtbare Flammen handelst du auf diese Weise.
Geh danach nicht zurück, um die Batterie auszuschalten. Das Ausschalten im Zählerschrank ist keine Garantie dafür, dass eine Heimbatterie spannungsfrei ist; das Risiko eines elektrischen Schlags kann also weiter bestehen. Nimm erst dann Kontakt mit dem Lieferanten oder Installateur auf, wenn die Feuerwehr die Situation als sicher erklärt hat.
Kannst du eine Heimbatterie mit einem Feuerlöscher löschen?
Nein, eine Heimbatterie kannst du mit einem Feuerlöscher nicht wirksam löschen, und vom eigenen Löschen raten wir ab. Ein Löscher kann höchstens die Flammen an der Außenseite eindämmen, während die Reaktion in den abgeschlossenen Zellen einfach weiterläuft. Dabei stehst du zudem ganz nah an der Rauchquelle.
Lösch auf keinen Fall selbst mit Wasser. Bei einem brennenden Lithium-Akku kann Wasser eine heftige Reaktion auslösen, und laut der niederländischen Brandwunden-Stiftung führt das eigene Löschen mit Wasser bei Akkubränden zu lebensgefährlichen Situationen. Überlass das Löschen der Feuerwehr, die dafür ausgerüstet ist.
Brandsicher loslegen mit einer Heimbatterie von TechPunt
Wenn du eine Heimbatterie kaufen möchtest, denkt TechPunt gern mit dir über ein Modell nach, das zu deinem Zuhause und deinem Zählerschrank passt. Wir führen Heimbatterien von Zendure und Anker SOLIX und versenden sie aus unserem eigenen Lager in Barneveld. Bist du dir beim Anschluss oder der Leistung unsicher? Stell deine Frage einfach unserem Kundenservice per Telefon, Mail oder WhatsApp.


